Lauftraining von 5 km bis Marathon: der kostenlose Guide.

16 Seiten zu Intensität, Trainingsplan, Kraft und Erholung, auf aktuellem Studienstand.

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Gutes Lauftraining ist einfacher, als du denkst

Die meiste Zeit locker, ein bis zwei harte Einheiten pro Woche, der lange Lauf wächst in kleinen Schritten. Dazu zweimal Kraft und genug Schlaf. Mehr braucht es für die meisten nicht.

Unser Guide erklärt, wie du das in deine Woche bekommst, egal ob du mit dem Lauftraining anfängst oder schneller laufen willst. Wo es Studien gibt, nennen wir sie. Wo es nur Erfahrungswerte gibt, sagen wir das.

  • Ausrüstung für den Anfang
  • Drei Zonen statt Zahlensalat
  • Pace, Puls und Gefühl
  • Umfang steigern ohne Verletzung
  • Saisonplan und Beispielwoche
  • Krafttraining, Essen, Schlaf
  • Mentale Tricks für harte Kilometer
7 Mythen im Faktencheck

Was stimmt beim Lauftraining wirklich?

Sieben Sätze, die du schon gehört hast. Tipp vorher, dann siehst du, was die Studien sagen.

Steigere deinen Wochenumfang nie um mehr als 10 %.

Stimmt nicht.

In einer Studie mit 532 Laufanfänger:innen verletzten sich mit 10-%-Regel 20,8 %, mit normalem Plan 20,3 %. Riskanter ist der einzelne zu lange Lauf: mehr als 10 % über dem längsten Lauf der letzten 30 Tage.

Du musst genau 80 % locker und 20 % hart trainieren.

Stimmt nicht.

80/20 ist eine Faustregel. Die beste aktuelle Auswertung mit 348 Athlet:innen fand keinen Unterschied zwischen polarisiert und pyramidal. Freizeit-Marathonis liefen mit beiden Varianten fast gleich ins Ziel: 3:45 gegen 3:46 Stunden.

Schweres Krafttraining macht dich langsam.

Stimmt nicht.

Schweres Krafttraining verbessert Laufökonomie und Leistung, kombiniert mit Sprüngen noch deutlicher. Die VO2max leidet nicht darunter. Leichte Gewichte mit vielen Wiederholungen bringen dagegen kaum etwas.

Mit leeren Speichern zu trainieren macht dich schneller.

Stimmt nicht.

Bewusst mit leeren Speichern zu trainieren brachte in Studien keinen Leistungsvorteil. Harte und lange Läufe brauchen Kohlenhydrate, lockere kurze Läufe dürfen ruhiger ablaufen.

Eine kurze Nacht kostet dich messbar Leistung.

Stimmt.

Nach einer Nacht mit 6 Stunden Schlaf oder weniger sinkt die Leistung laut einer Meta-Analyse im Schnitt um rund 7,6 %. Kein Recovery-Tool ist so gut belegt wie Schlaf.

Carbonschuhe bringen nur Profis etwas.

Stimmt nicht.

Schuhe mit Carbonplatte verbessern die Laufökonomie in Studien im Mittel um etwa 2,5 bis 4 %, auch bei langsameren Amateuren. Aber nicht jedes Modell hilft jeder Person bei jedem Tempo.

Schon unter einer Stunde Laufen pro Woche zählt.

Stimmt.

In einer Kohorte mit 55.137 Erwachsenen reichten weniger als 51 Minuten pro Woche für den Zusammenhang mit einem geringeren Sterberisiko. Das ist Beobachtung, kein Beweis. Alles darüber trainierst du für Leistung.

0 / 7

Im Guide steht, was stattdessen zählt.

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Lauftraining für Anfänger: die ersten Monate zählen

In den ersten Monaten ist das Risiko für Verletzungen am höchsten. Das heißt nicht, dass du es lassen sollst, nur dass du klein anfängst.

17,8
Verletzungen pro 1.000 Laufstunden bei Anfänger:innen
7,7
bei erfahrenen Freizeitläufer:innen

Du brauchst am Anfang nur einen Schuh, der sich gut anfühlt, Laufsocken und Kleidung, die nicht scheuert. Eine GPS-Uhr mit Herzfrequenz hilft. Verlängere den langen Lauf in kleinen Schritten, gemessen an deinem längsten Lauf der letzten vier Wochen, und fang nach einer Pause wieder klein an.

Schneller laufen: drei Zonen reichen

Der häufigste Fehler: lockere Läufe zu schnell, harte zu weich, am Ende ist alles mittel. So hältst du die Zonen auseinander.

bis ca. 80 % HFmax

Locker

Du kannst dich in ganzen Sätzen unterhalten. Der größte Teil deiner Woche.

zwischen den Zonen

Mittel

Nur noch kurze Sätze. Schwelle, Tempodauerlauf, Halbmarathon- und Marathontempo.

über ca. 87 bis 90 % HFmax

Hart

Sprechen geht nicht mehr. Kurze Intervalle für die VO2max, 1 bis 2 Einheiten pro Woche.

Faustwerte, ein Feldtest ist genauer. Deine Pulsbereiche berechnest du mit dem Trainingszonen-Rechner.

Dein Trainingsplan fürs Laufen beginnt am Renntag

Du planst rückwärts: zuerst der Taper, dann die Phase davor, bis du bei heute ankommst.

Wochen je PhaseGrundlageAufbauSpezifikTaper
5 km4 bis 84 bis 63 bis 51
10 km4 bis 84 bis 63 bis 52
Halbmarathon6 bis 84 bis 65 bis 62
Marathon6 bis 104 bis 66 bis 83

Unsere Praxis bei 6 bis 10 Stunden Training pro Woche. Für den Halbmarathon gibt es den fertigen 16-Wochen-Plan.

Beispielwoche mit rund 6 Stunden

Montag

Ruhetag

Frei. Wenn du Lust hast, ein Spaziergang.

Dienstag

Hart, 55 min

Einlaufen, dann 4 x 8 Minuten an der Schwelle mit 2 Minuten Traben, auslaufen.

Mittwoch

Locker, Kraft

45 Minuten locker. Danach 35 Minuten Krafttraining.

Donnerstag

Hart, 50 min

Einlaufen, dann 5 x 3 Minuten zügig für die VO2max mit 2 Minuten Traben, auslaufen.

Freitag

Kraft

35 Minuten Krafttraining, kein Lauf.

Samstag

Locker, 40 min

Ruhiger Lauf, gern mit ein paar kurzen Steigerungen am Ende.

Sonntag

Lang, 90 min

Langer Lauf, durchgehend locker. Verpflegung wie im Rennen üben.

Philip Stapmanns und Simon Wendlandt, die Gründer von Enduure

Von Coaches, die selbst Rennen laufen

Dr. Philip Stapmanns ist Arzt und DOSB-Trainer C Triathlon, Simon Wendlandt ist Profi-Triathlet und Head Coach. Gemeinsam haben sie Enduure in Berlin gegründet.

  • 1.500+
    Mitglieder in der Enduure-Community
  • 500+
    begleitete Race-Finishes
  • 5,0
    Sterne bei Google
„Individuelle Trainingsgestaltung und eingehen auf die wöchentlichen Bedürfnisse.“

Ruben Böckmann, IRONMAN 70.3, Challenge Roth

Noch Fragen?

Wie oft pro Woche sollte ich laufen?

Für die Gesundheit reichen schon ein bis zwei ruhige Läufe pro Woche. Für Leistung plant unsere Beispielwoche vier Läufe, davon höchstens zwei harte Einheiten, nicht an aufeinanderfolgenden Tagen.

Wie schnell darf ich meinen Umfang steigern?

Eine feste Prozentregel für die Woche ist nicht belegt. Achte vor allem darauf, dass kein einzelner Lauf mehr als 10 % länger ist als dein längster Lauf der letzten 30 Tage.

Wie schnell ist ein lockerer Lauf?

So schnell, dass du dich in ganzen Sätzen unterhalten kannst. Als Faustwert liegt das bis etwa 80 % deiner maximalen Herzfrequenz.

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